Jahresausflug 2010

 

Herzlich willkommen zu unserem Jahresausflug 2010 ins Nördlinger Ries,

eine geologische Besonderheit 

 

               

 

Der Bus lässt noch auf sich warten, deshalb ein paar Worte voraus: <Kurz und bündig oder langatmig und kaum einer liest alles>. Ich entscheide mich für das Erstere und  würze das Ganze mit ein paar Fotocollagen und einigen sehr interessanten Links für die Wissbegierigen. Unser Organisator Herbert Schlicht wird uns während der Fahrt mit Geschichte und  Geschichtchen unterhalten. Einiges davon will ich stichwortartig an verschiedenen Stellen einfließen lassen.  

Endlich ist es soweit. Der Bus trifft mit etwas Verspätung ein und wir starten gut gelaunt und neugierig - wie oben abgebildet - in den Tag. Der Himmel hat sich entschieden mit zu lachen, aber leider nur Tränen.

Unsere Fahrt führt uns zuerst nach Schwabach, wo noch einige zusteigen. Dann geht es weiter nach Öttingen, das schon im Ries liegt und wegen der ältesten Brauerei berühmt geworden ist. Wir durchqueren es rasch. Wer aber Lust hat, kann sich  hier  unter Tourismus Sehenswürdigkeiten auf einen Stadtrundgang begeben oder einfach auf der Webseite blättern. Wer sich noch fürs Bier interessiert, ist  hier  an der richtigen Adresse.   

Auf der Fahrt erfahren wir schon viel Wissenswertes über die Entstehung und die Geologie dieses Kraters. Da ich hier keine langen Geschichten erzählen möchte, nur so viel: das Ries ist ein riesiger Meteoritenkrater mit aufregenden geologischen Gegebenheiten. Dazu gibt es in der  WELT ONLINE  einen wirklich spannenden und umfassenden Artikel, der sehr lesenswert ist.  Inzwischen haben wir unser erstes Ziel erreicht. Noch im Bus gibt es dazu einige historische Fakten, hier stichwortartig wiedergegeben:

NÖRDLINGEN  wird erstmals 898 urkundlich als karolingischer Königshof erwähnt - 1215 durch Kaiser Friedrich II. mit den Stadtrechten versehen - in der Folgezeit mittelalterliches Handelszentrum und Messestadt - 1327 Bau der heute noch vollkommen erhaltenen Stadtmauer als guten Schutz in den vielfältigen Kriegen - im 30jährigen Krieg wenig erfolgreich belagert - in der Schlacht bei Nördlingen öffnet sich die Stadt und wird nicht geplündert - in weiteren Kriegen immer wieder gebeutelt - in der Folgezeit Verlust seiner Bedeutung als Handels- und Messezentrum - viele jüdische Einwohner sind zu gezogen - 1802 an Bayern angegliedert - 1849 an die Königlich-Bayerische Staatsbahn angeschlossen - im 2. Weltkrieg fast vollkommen verschont geblieben.                                                                  

 

             

 

Durch das Baldinger Tor betreten wir das Städtchen und schon geht es auf dem kürzesten Weg vorbei am Stadtmuseum zum Rieskrater-Museum, wo wir einen Besichtigungstermin haben.

 

               

 

Im Rieskrater-Museum dürfen wir u.a. mit fliegen auf den Mond, um den als Dauerleihgabe hier ausgestellten <Mondstein> zu holen und über das Modell eines <Einschlags> erleben wir, wie gefährdet unser <Raumschiff Erde> ist. Das Museum ist eben im wahrsten Sinn des Wortes ein <Raumfahrt-Museum>. Auch über die geologischen Besonderheiten der Rieskrater-Mineralien erfahren wir viel.

Rasch geht es nach unserem Besuch ins Zentrum der Altstadt, wo wir die St. Georgskirche mit ihrem liebevoll Daniel genannten Turm sehen und auch das Brot- und Tanzhaus, an dem sich außen eine kleine Plastik Kaiser Friedrich II. befindet, unsere Rätselaufgabe. Dann müssen wir das Städtchen auch schon wieder verlassen, das sicher noch einige historische Besonderheiten und sehenswerte Gebäude zu bieten hat.

Wer Lust hat, darf sich gerne noch näher über die Stadt  Nördlingen  informieren.

Während wir zum Bus zurück gehen, sehen wir überall kleine bunt bemalte Schweinchen stehen. Sie gehören wegen folgender Geschichte zu Nördlingen: Die Stadt ist von einer gut schützenden Mauer umgeben, doch während einer Belagerung, bei der die Bürger nicht aufgeben wollten, kam es zu einer gefährlichen Situation. Eine Sau rieb sich des Nachts am Baldinger Tor und dieses sprang auf. Eine Frau bemerkte das und schrie zu dem Torwächter hin >So, Gsell, so!>. Der konnte glücklicher weise das Tor wieder schließen. Der Feind hatte auch nichts bemerkt. Der verschlafene Torwächter aber wurde zum Tod durch Vierteilung verurteilt. In Erinnerung daran gibt es auch heute noch abends auf den Türmen Torwächter, die sich <So, Gsell, so!> zurufen.

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Als unser Bus vom Parkplatz hinaus auf die Hauptstraße strebt, haben wir noch einige Minuten Zeit für einen virtuellen Stadtrundgang.Viel Spaß!

Nach einer kurzweiligen Fahrt sehen wir schon bald unser nächstes Ziel vor uns: KLOSTER NERESHEIM, die größte Klosteranlage des Barock in Europa. 

Schnell noch ein paar Fakten zum Kloster:  1095 Gründung - seit 1106 Benediktinerabtei mit einer im romanischen Stil erbauten Klosteranlage - nach wechselvoller Geschichte im 16. Jhdt. Barockisierung des gesamten Komplexes - im 18. Jhdt. wird die jetzige Kirche von Balthasar Neumann errichtet - 1802 fällt das Kloster an die Thurn und Taxis - 1806 an Bayern - 1810 endgültig an Württemberg - 1919 Wiederbesiedelung des Klosters durch Beuroner Mönche - von 1969 bis 1975 umfassende Restaurierung der Kirche.

 

Und wer gerne stöbert, findet hier ergänzend viel Interessantes über  Neresheim .

 

In der Klostergaststätte stärken wir uns beim Mittagessen und losen nach dem Essen die Gewinner unseres Rätselspieles aus. Sogar für einen kurzen Rundgang durch die Klosterkirche nehmen wir uns noch Zeit.

 

               

 

Dann nimmt uns der Bus wieder auf, während der Himmel erneut in Tränen ausbricht.

 

               

 

Von der eigentlich wunderschönen Landschaft bekommen wir leider wegen des Wetters nicht viel mit. Doch wenn die Sonne scheint, bestimmt ein Traum zum Wandern und Genießen, zumal wir uns wieder auf ganz besonders historischem Boden befinden. Die Villa Rustica ist ein Landhaus aus der Zeit der römischen Besiedelung und die Offnet-Höhlen sind interessant wegen der Funde aus grauer Vorzeit, die schon auf keltische Ansiedlungen hinweisen. Ein bisschen mehr zu den Höhlen findet man  hier . Ein kleines Naturschutzgebiet mit einer besonderen Pflanzenwelt befindet sich rund um den Hügel, auf dessen oberem Teil der Höhleneingang liegt. Heute erschließt es sich uns leider nicht.

Dann erreichen wir unsere vorletzte Station, das Städtchen WEMDING.

 

                

 

Es ist ebenfalls ein mittelalterliches Städtchen, am Ostrand des Ries gelegen. und bekannt und berühmt wegen der Fuchsien, die hier alles zieren. Dazu gehört folgende Geschichte:

Einer der großen Söhne der Stadt ist Leonhard Fuchs. Er wurde hier 1501 geboren und starb 1566. Er war damals nicht nur als berühmter Botaniker  überall bekannt sondern tat auch viel für seine Heimatstadt. Als der französiche Franziskanerpater und Botaniker Charles Plumier 1696 in Südamerika eine bis dahin unbekannte Pflanze fand, nannte er sie Leonhard Fuchs zu Ehren <Fuchsie>. Siehe auch Wemding Bedeutende Persönlichkeiten.

Viele kehren hier im Cafe Fuchs ein und stärken sich bei Kaffee und Kuchen. Einige Unentwegte bummeln unter dem Regenschirm duch das Städtchen. Bald geht es weiter zur Gaststätte <Wallfahrt>, wo ein Abendessen auf uns wartet. Die Gaststätte liegt neben dem Wallfahrtskirchlein MARIA AM BRÜNNLEIN. Die Kirche befindet sich etwa eine halbe Stunde Fußweg außerhalb von Wemding und hat ebenfalls eine außergewöhnliche Geschichte.

Seit 1680 gibt es hier ein Gnadenbild, das in der Kirche über dem Schillerbrünnl steht. Das Wasser des Brünnleins soll Heilkräfte haben. So pilgern die Menschen hierher und versprechen sich Hilfe. Deshalb ist die Kirche zur pästlichen Basilika aufgestiegen. 

Selbstverständlich nutzen wir noch die Zeit der Helligkeit vor dem Abendessen für einen kleinen Rundgang durch das Kirchlein. Die heutige Kirche ist im Rokokostil erbaut und sehr schön.Weitere Informationen zu Kirche und Brünnlein finden sich  hier  .

 

                      

Neuzeitliche Forschungsmethoden bestätigen die Besonderheit des Wassers aus dem kleinen Brünnlein, wie sich einem Artikel in der  Brennnessel  entnehmen lässt.

Bald nach dem Abendessen besteigen wir wieder unseren Bus, der uns bequem zurück nach Fürth schaukelt. Der Himmel lacht schon wieder Tränen, diesmal bestimmt, weil uns der Tag so gut gefallen hat. Er ist hervorragend geplant gewesen, gut gelungen und trotz des Wetters nicht einen Augenblick langweilig geworden. 

Herzlichen Dank, lieber Herbert Schlicht! Und denkt daran: Bei schönem Wetter kann schließlich jeder einen Ausflug machen!

Mein Dank geht an dieser Stelle auch an Greta, Dorrit, Carola und Martha, die mir von ihren Fotos einige zur Auswahl zur Verfügung gestellt haben. Bitte habt noch etwas Geduld, dann könnt ihr alle mir vorliegenden Fotos in einem Webalbum bewundern!      

 An alle SNF-Mitglieder:  Wenn Ihr mit diesem Bericht zufrieden seid, bitte einen Eintrag ins Gästebuch (leider hier nicht verlinkbar), das über den Link in der SNF-Homepage erreichbar ist oder schreibt mir einfach eine Email (Adresse in der Mitglieder-Liste!) Ich freue mich auf viele Nachrichten! 

    

© Fotos: Greta, Carola, Dorrit, Martha, Heidemarie - Text: Heidemarie Opfinger

                                                                                                                                                                 

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